Wissen & Antworten

Antworten auf Ihre Fragen und ein umfassendes Glossar. 

Von „Aufzugswärter“ über „Umlagefähigkeit“ bis „ZÜS“ – hier finden Sie Erklärungen zu allen wichtigen Begriffen, praxisnahe FAQs sowie Downloads zur Unterstützung Ihrer Betreiberpflichten. 

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Ein elektronischer Aufzugswärter ist ein System, das den sicheren Betriebszustand eines Aufzugs kontinuierlich überwacht und damit die regelmäßigen manuellen Kontrollen durch eine befähigte Person (den „Aufzugswärter“) nach TRBS 3121 ersetzt. AWM+ prüft dauerhaft unter anderem Fahrbereitschaft, Türfunktion und Notrufsystem und meldet Abweichungen sofort – statt einer Momentaufnahme alle zwei Wochen.

Der AWM+ erfüllt alle Anforderungen an einen elektronische Aufzugswärter nach TRBS 3121 und VDMA Einheitsblatt 15319, ist Baumustergeprüft und zertifiziert.

Die beauftragte Person – im Sprachgebrauch der Aufzugswärter – gab es schon immer. Die Neufassung der TRBS 3121 vom Februar 2025 präzisiert diese Rolle: Sie legt zwölf Prüfpunkte für die regelmäßige Kontrolle fest, verlangt die sofortige Meldung von Mängeln und bei gefährlichem Zustand die Außerbetriebnahme der Anlage, und sie fordert eine nachgewiesene Unterweisung und Qualifikation der beauftragten Person. Nur diese darf den Maschinenraum betreten und eine Steuerung außer Betrieb nehmen. Dazu kommen Pflichten des Betreibers für eingewiesene Hilfeleistende und die Freigabe der Anlage nach einer Notbefreiung.

Nach Abschnitt 3.3.2 der TRBS 3121 ist bei der Kontrolle auf offensichtliche Mängel insbesondere zu prüfen, ob

  1. die Zugänge zu Fahrschacht, Triebwerk und Schalteinrichtungen frei und sicher begehbar sind,
  2. der Fahrkorb bei geöffneter Schachttür nicht anfahren kann,
  3. sich eine Schachttür außerhalb der Entriegelungszone nicht öffnen lässt,
  4. der Fahrkorb bei geöffneter Fahrkorbtür nicht anfahren kann,
  5. die erforderliche Haltegenauigkeit in den Haltestellen vorhanden ist,
  6. das Notrufsystem bzw. die Einrichtung zum Herbeirufen von Hilfe funktioniert,
  7. bei fehlendem Notdienst ein lesbarer, aktueller Notfallplan angebracht ist,
  8. Notbremsschalter und Schutzeinrichtungen an den Fahrkorbzugängen wirksam sind,
  9. bei Fahrkörben ohne Abschlusstür die Schachtwand an den Zugangsseiten unbeschädigt ist,
  10. die Fahrkorbbeleuchtung funktionsfähig ist,
  11. Fahrkorb- und Schachtwände sowie Türen nicht mechanisch beschädigt sind und
  12. die Anlage bestimmungsgemäß und sicher verwendet wird.

Mit dem AWM+ werden die sicherheitsrelevanten Prüfpunkte elektronisch und dauerhaft überwacht. Die vollständige Prüfung aller zwölf Punkte erfolgt ohnehin bei jeder Wartung durch die Wartungsfirma als beauftragte Person; Zugänge und Zuwegungen sind zudem Teil der regelmäßigen Verkehrssicherung des Objekts.

Ja. Die TRBS 3121 lässt ausdrücklich zu, dass ein Ferndiagnosesystem die Kontrollen der beauftragten Person ganz oder teilweise übernimmt. Voraussetzung ist der Nachweis, welche Aufgaben das System abdeckt. Beim AWM+ liefert diesen Nachweis die Baumusterprüfung nach TRBS 3121 und VDMA Einheitsblatt 15319 durch den TÜV Rheinland.

Nach TRBS 3121 muss eine befähigte Person den Aufzug in regelmäßigen Abständen – in der Praxis üblicherweise alle zwei Wochen – auf seinen ordnungsgemäßen Zustand kontrollieren. Mit AWM+ entfallen diese Begehungen und die regelmäßigen Schulungen dieser Person, weil die Überwachung kontinuierlich elektronisch erfolgt.

Für alle, die Betreiberpflichten für Aufzüge tragen – vom einzelnen Wohnhaus bis zum großen Portfolio: Wohnungswirtschaft, Hausverwaltungen, Facility Management und öffentliche Gebäude. Schon ab der ersten Anlage entfallen die regelmäßigen Begehungen und Schulungen; bei mehreren Anlagen kommen das zentrale Dashboard und die lückenlose Dokumentation über den gesamten Bestand dazu.

Ja, AWM+ ist herstellerunabhängig. Je nach Anlage erfolgt die Anbindung direkt an die Aufzugssteuerung oder als Nachrüstlösung; auch Bestandsanlagen älterer Baujahre lassen sich anbinden.

Sensorboxen werden zusätzlich montiert – meist auf dem Fahrkorbdach – und leiten aus Bewegungs- und Vibrationsdaten Statistiken ab. AWM+ liest die Daten direkt aus der Aufzugssteuerung und kennt damit den tatsächlichen Zustand der Anlage – Störungen, Türfehler, Fahrbereitschaft – statt Näherungswerten. Details finden Sie auf unserer Vergleichsseite.

Nein. AWM+ ersetzt die Aufgaben des Aufzugswärters nach TRBS 3121 und ergänzt den Betrieb um Störungsmeldungen in Echtzeit. Die Wartung durch Ihre Aufzugsfirma und das Zwei-Wege-Notrufsystem bleiben unverändert bestehen – AWM+ arbeitet mit beiden zusammen, statt sie zu ersetzen.

AWM+ erkennt Störungen sofort und meldet sie im Dashboard sowie an alle Beteiligten – Betreiber, Dienstleister und Kunden. Über Schnittstellen lassen sich zusätzlich angebundene Systeme informieren, zum Beispiel Mieter über eine Mieter-App oder Kunden über eine Kunden-App. So verkürzen sich Ausfallzeiten und Einschlüsse werden schneller erkannt – ohne darauf zu warten, dass jemand die Störung meldet.

Die Installation dauert im Schnitt 1,5 Stunden je Anlage, der Aufzug bleibt dabei weitgehend in Betrieb. Danach ist die Überwachung sofort aktiv und das Dashboard freigeschaltet.

Die Installation des AWM+‑Moduls dauert Im Schnitt 1,5 Stunden und wird in enger Abstimmung mit Ihrem Wartungsdienst durchgeführt. Der Aufzug kann während der meisten Arbeiten weiter betrieben werden. Unterbrechungen werden vorab kommuniziert und möglichst kurz gehalten.

Die Kosten bestehen aus einer einmaligen Installation und einem monatlichen Servicepreis. Ein konkretes Angebot erstellen wir auf Anfrage – abhängig von Anlagenzahl und Anbindung.

Die laufenden Kosten des Aufzugsbetriebs gehören nach § 2 Nr. 7 BetrKV grundsätzlich zu den umlagefähigen Betriebskosten; das gilt auch für die Beaufsichtigung der Anlage.

Nein. AWM+ Connect setzt auf den Daten des elektronischen Aufzugswärters auf.

AcoBeSmart speichert alle Daten auf Servern in Deutschland, nutzt Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung und stellt sicher, dass nur autorisierte Personen Zugriff erhalten. Die Einhaltung der DSGVO wird regelmäßig überprüft.

Glossar – Begriffe rund um die Aufzugswartung

Elektronischer Aufzugswärter 

Ein digitales System, das die gesetzlichen Aufgaben des manuellen Aufzugswärters automatisiert. Es überwacht u.a. die SIcherheitskreise, die Bündigkeit, Fahrkorbbeleuchtung und vieles mehr. Der elektronische Aufzugswärter wird in die Steuerung integriert und minimiert die manuelle Begehungen auf die Wartungszyklen. 

AWM+ Connect 

Eine optionale Erweiterung zum AWM+ was auch das Live‑Monitoring von Konzernanlagen und freien Steuerungen ermöglicht, dabei werden u.a. Fehlercodes aus dem Fehlerspeicher der Aufzugssteuerung ausgelesen. Das Add‑on kann nur in Verbindung mit dem Grundmodul verwendet werden. 

Manueller Aufzugswärter 

Vom Betreiber beauftragte Person, die wöchentliche oder zweiwöchentlich Kontrollen durchführt: etwa das Prüfen der Türverriegelungen, das Prüfen der Bündigkeit, die Funktionalität der Fahrkorbbeleuchtung und das Führen von Aufzeichnungen gemäß TRBS 3121. Ein elektronischer Aufzugswärter übernimmt diese Aufgaben digital. 

Betriebs­sicherheits­verordnung (BetrSichV) 

Deutsches Regelwerk, das den sicheren Betrieb von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen regelt. Für Aufzüge definiert sie Pflichten wie Gefährdungsbeurteilung, Wartung, Prüfung und Dokumentationsführung. 

ZÜS (Zugelassene Überwachungsstelle) 

Unabhängige Prüfstellen, die wiederkehrende Prüfungen von Aufzügen durchführen und die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen bescheinigen. Betreiber sind verpflichtet, diese Prüfungen fristgerecht zu veranlassen und zu dokumentieren. 

Predictive Maintenance 

Vorausschauende Wartung basierend auf kontinuierlichen Messdaten und Algorithmen. Ziel ist es, Störungen zu antizipieren und Wartungseinsätze zu optimieren. AWM+ und AWM+ Connect unterstützen predictive Maintenance durch die Analyse der Steuerungsdaten. 

Remote‑Monitoring 

Überwachung technischer Anlagen aus der Ferne. Im Aufzugsbereich bedeutet dies, dass Betreiber den Betriebszustand ihrer Anlagen jederzeit über ein Dashboard einsehen können, ohne vor Ort sein zu müssen. 

Digitale Prozessunterstützung 

Elektronische Abbildung und Automatisierung von Arbeitsabläufen. Beispiele sind Workflows für Fehlerbeseitigung der Aufzugswärteranforderungen, die Ticketvergabe bei Störungen und die Ticketvergabe von Mangelbeseitigung aus ZÜS‑Prüfungen. AWM+  integriert solche Workflows. 

ERP‑System 

Unternehmenssoftware zur Planung und Steuerung von Ressourcen. Durch APIs können Daten aus AWM+  in ERP‑Systeme wie SAP integriert werden, wodurch beispielsweise Mieter bei Betriebsstörung in eigenen Kunden-Apps informiert werden können. 

Gefährdungs­beurteilung 

Systematische Erfassung und Bewertung von Gefahren, die von einer Anlage ausgehen können. Die Aufzugswartung stützt sich darauf, Risiken zu identifizieren und Maßnahmen zu definieren. AWM+ hilft, diese Beurteilung digital zu pflegen. 

Vertiefendes Wissen rund um AWM+ und Betreiberpflichten  

Kernprodukt:
Elektronischer Aufzugswärter AWM+

Erweiterung:
AWM+ Connect

Pflichten und Praxis:
Betreiberverantwortung & Praxis

Vergleich zu anderen Systemen:
Vergleich & Differenzierung

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